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IcoSema mit vielversprechenden Ergebnissen

Mathieu C, Giorgino F, Kim SG et al., Juli 2025 - Bei einem schlecht kontrollierten Typ-2-Diabetes empfehlen Leitlinien die Kombinationstherapie mit Insulin und GLP-1-Rezeptoragonisten, um die Blutzuckerhomöostase zu verbessern, Insulin zu sparen, einen Gewichtsverlust zu erreichen und die kardioprotektiven Eigenschaften zu nutzen. Bisherige Kombinationspräparate werden täglich verabreicht. Die Studie COMBINE 1 verglich die Effektivität und Sicherheit von kombiniertem Insulin Icodec/Semaglutid (IcoSema) und Icodec. Der Vorteil: Beide Therapien wurden 1-mal wöchentlich mit 1 Pen injiziert.
Aufgezogene Spritze, Tabletten und Stethoskop

Fazit

Die wöchentliche Kombinationstherapie mit IcoSema war nicht nur praktisch, sie war auch effektiver als Icodec mit einer besseren Blutzuckerkontrolle, stärkeren Gewichtsreduktion und einem geringeren Insulinbedarf. Das noch im Entwicklungsprozess befindliche IcoSema werde eine mögliche Option für die Therapieintensivierung bei Erkrankten mit einem unkontrollierten, insulinbehandelten Typ-2-Diabetes, so Mathieu et al.

Die Phase-3a-Studie COMBINE 1 fand in 20 Ländern statt und nahm Erwachsene mit einem schlecht kontrollierten Typ-2-Diabetes, einem täglichen Basalinsulinbedarf von 20 bis 80 Einheiten und einem BMI ≤40kg/m2 auf. IcoSema (n=50) oder Icodec (n=50) wurden wöchentlich an einem festgelegten Tag appliziert. Die Dosis wurde am Injektionstag nach dem Nüchternblutzucker am Morgen angepasst. Orale Antidiabetika waren erlaubt. Eine Stratifizierung nach den klinischen und soziodemografischen Basisdaten erfolgte nicht. Alle Teilnehmenden bekamen ein Gerät für Blutzuckermessung und erhielten für Woche 47 bis 52 einen Sensor für die kontinuierliche Glukosemessung (CGM, verblindet). Wesentliche Endpunkte waren die Veränderungen des HbA1c, das Körpergewicht und Hypoglykämien nach 52 Wochen.

1291 Patient*innen waren durchschnittlich 60,6 Jahre alt, 62% waren Männer und 38% Frauen. Jeweils 644 Personen erhielten ≥1 Dosis IcoSema und Icodec. 8% und 7% setzten während der Studienphase >2 Wochen zusätzlich nicht randomisiertes Insulin und/oder orale Antidiabetika ein. In beiden Gruppen nahm das HbA1c ab, aber IcoSema hatte gegenüber Icodec signifikante Vorteile:

  • HbA1c -1,55% und -0,89% (p<0,0001),

  • HbA1c <7% in Woche 52 71,7% und 35,5%,

  • CGM Time in Range 75,9% und 61,9%,

  • CGM Time above Range 23,2% und 36,7%,

  • Körpergewicht -3,7kg und +1,89kg,

  • wöchentlicher Insulinbedarf (Woche 50 bis 52) 182U und 355U sowie

  • schwere Hypoglykämien 0,14 und 0,63 Episoden pro Personenjahr.

 

Die Nüchternblutzuckerwerte und die Time below Range unterschieden sich nicht signifikant. Mit IcoSema waren gastrointestinale Beschwerden und mit Icodec Infektionen die häufigsten unerwünschten Ereignisse. Von 59 und 69 schweren unerwünschten Ereignissen standen 7 und 6 möglicherweise in Zusammenhang mit der Studienmedikation. Organcluster fanden sich nicht. 2 und 3 Todesfälle wurden nicht auf IcoSema und Icodec zurückgeführt.