Hiermit bestätige ich, dass ich einen medizinischen oder pharmazeutischen Beruf ausübe [Ärzt*in, Apotheker*in, Pharmazeutisch-technische*r Assistent*in (PTA), Medizinische*r Fachangestellte*r (MFA)].
BadgesStudien
CGM bei schlecht eingestelltem Typ-2-Diabetes
Autor*in Studienreferat
Dr. med. Susanne Krome, Melle
Fazit
Die kontinuierliche Glukosemessung führte zu einer besseren glykämischen Kontrolle. Dies bildete sich nicht in einem signifikanten Unterschied ab. Die zu geringe Teststärke der Studie mit kleinen Gruppengrößen erlaubte Überlegenheitsanalysen zur Effektivität, Sicherheit, Notfallvorstellungen und stationären Wiederaufnahmen nicht. Die Autor*innen weisen außerdem darauf hin, dass für das CGM kein Echtzeit-Device genutzt worden sei. Multizentrische Studien mit neuerer Technologie und mehr Teilnehmenden könnten helfen, die besten Strategien für das Glukosemonitoring bei T2D zu entwickeln.
An der randomisierten Pilotstudie nahmen Erwachsene mit T2D teil, die verschiedene Insuline ± orale Antidiabetika nutzten. Diabetische Ketoazidosen, hyperosmolare Hyperglykämien, eine relevante Niereninsuffizienz und mentale Einschränkungen durften nicht vorbekannt sein. Alle erhielten ein CGM-Device, die Interventionsgruppe das FreeStyle Libre 2 CGM und die Kontrollgruppe das verblindete Libre Pro. Diese wurden 3-mal jeweils 2 Wochen über einen Gesamtzeitraum von 12 Wochen getragen. Während dieser Zeit begleitete das Studienteam die Patient*innen beider Gruppen telefonisch oder im persönlichen Kontakt. Endpunkte waren u.a. die Sicherheit (Hypoglykämien), Effektivität (mittlere tägliche Glukosewerte) sowie Notfallbehandlungen und stationäre Wiederaufnahmen.
Insgesamt 100 Teilnehmende waren durchschnittlich 54,3 Jahre alt. Das initiale HbA1c betrug 10,46% (mean) und die Diabetesdauer median 9 Jahre. In der CGM- und POC-Gruppe waren jeweils 50 Personen, die hinsichtlich klinischer und soziodemografischer Eckdaten balanciert waren. Ausnahme waren häufigere Basal-Bolus-Applikationen im Interventionsarm. 2, 4 und 12 Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bestanden Unterschiede der glykämischen Kontrolle. Nach 4 Wochen wies die Interventionsgruppe eine signifikant geringere Glukosevariabilität auf. Alle anderen Endpunkte erreichten das Signifikanzniveau nicht. Tendenziell hatte das CGM gegenüber dem POC neben der verbesserten Glukosevariabilität weitere Vorteile:
- höhere Time in Range (70–180mg/dl),
- geringere Time above Range (>180 und 250mg/dl),
- weniger Hypoglykämien,
- weniger Mahlzeiteninsulin und
- weniger Basalinsulin nach 12 Wochen.