Hiermit bestätige ich, dass ich einen medizinischen oder pharmazeutischen Beruf ausübe [Ärzt*in, Apotheker*in, Pharmazeutisch-technische*r Assistent*in (PTA), Medizinische*r Fachangestellte*r (MFA)].
BadgesStudien
Metaanalyse zu T2D-Remissionen
Autor*in Studienreferat
Dr. med. Susanne Krome, Melle
Fazit
Die Interventionen waren wirksam und erhöhten die Wahrscheinlichkeit einer Remission deutlich. Dies galt vor allem bei kurzen Diabetesdauern. Die Autor*innen weisen darauf hin, dass die Definitionen einer Remission unterschiedlich waren. Bei den meisten Studien war ein HbA1c <6,5% maßgeblich. Die Teilnehmenden mit Intervention benötigten verglichen mit den Kontrollen weniger Medikamente und verursachten geringere Kosten, die in den Interventionsarmen um 77,2% und in den Kontrollarmen um 3% abnahmen.
Die Übersicht wurde vom Integrated Knowledge Translation (iKT) Type 2 Diabetes Remission Advisory Team initiiert. Die aufgenommenen Analysen waren randomisierte klinische Studien (RCT) mit erwachsenen T2D-Patient*innen. Interventionen bestanden in medikamentösen und nichtmedikamentösen Maßnahmen. Chirurgische Eingriffe gehörten zu den Ausschlusskriterien. In allen Fällen gab es eine Kontrollgruppe (Standardversorgung oder minimaler Kontakt). Der Review schloss 18 RCT aus den Jahren 2008 bis 2025 ein. Die meisten stammten aus 2020 bis 2025, wobei einige Protokolle wegen der Coronapandemie modifiziert wurden. 8 Studien waren multimodale pharmakologische und 10 waren nichtpharmakologische Maßnahmen mit 1488 bzw. 6433 Teilnehmenden aus 11 Ländern. Der T2D bestand seit 14,6 Monaten bis 6,7 Jahren. Das initiale HbA1c betrug 6,6 bis 10,4%. Die meisten Erkrankten hatten noch nie Insulin bekommen.
Die Beschreibung der Studien erfolgte mit der TIDieR-Checkliste (Template for Intervention Description and Replication). Das Verzerrungsrisiko der wurde gering eingestuft. Bei den pharmakologischen Interventionen wurden verschiedene Medikamente mit dem Ziel einer T2D-Remission eingesetzt (z.B. Metformin und Insulin). 7 kombinierten mit Sport, Diäten und Gesundheitsberatung. Die Betreuung erfolgte durch medizinische Fachleute u.a. aus der spezialisierten Pflege, Ernährungsberatung und Kinesiologie. Bei den nichtpharmakologischen Studien dominierten Diäten mit deutlicher Kalorienrestriktion, Intervallfasten oder vollständigem Mahlzeitenersatz in Kombination mit Sport, psychologischer und Lebensstilberatung. 3 Interventionen arbeiteten mit technischen Hilfen wie Apps, tragbaren Akzelerometern und künstlicher Intelligenz. Auch hier waren die ausführenden Fachkräfte aus verschiedenen Gebieten und betreuten die Patient*innen in Praxen, Krankenhäusern, zuhause, im Café oder Fitness-Center. Insgesamt bewährten sich die Maßnahmen mit höheren Wahrscheinlichkeiten für Remissionen des T2D als in den
Kontrollgruppen:
- pharmakologische Studien RR 1,75 (95%-KI 1,49–2,04),
- 64% geringeres Rückfallrisiko,
- pharmakologische Interventionen langfristig effektiv,
- nichtpharmakologische Studien RR 5,8 (95%-KI 4,28–7,87),
- 38% geringeres Rückfallrisiko und
- nichtpharmakologische Interventionen mit langfristig abnehmender Effektivität.
In den Interventionsarmen waren leicht und moderate Hypoglykämien häufiger als bei den Kontrollen. Die Raten schwerer Hypoglykämien unterschieden sich nicht wesentlich.